Weniger Demokratie wagen

“Die Mannschaft würde aber ‘gerne einmal den Kreml sehen und interessiert sich für Moskau’”, sagt Clemens Tönnies. “Es gehe nicht alleine um Putin.” Nur ist der halt das Problem.
Genau. Die Mannschaft. Sicher, unsere beiden Georgier, die Doppel-Levans, sind nicht mehr im Team, die hätten wohl ihre mehr als deutliche Meinung dazu. Zum Glück will das die Mannschaft. Die ist politisch bekanntermaßen engagiert und kann sich ja auch – wegen der Hungerlöhne, die der S04 ihnen zahlt – keine Butterfahrt zum Kreml leisten. Da muss ja quasi “Schalke hilft!” eingreifen. Oder Clemens.

Apropos Hungerlöhne, der Clemens hat doch noch einen Nebenjob, so als Schweinezüchter oder so ähnlich. Und da wollte er doch in Russland Schweinegroßzuchtanlagen aufbauen, die seinem Betrieb … ne, das wäre ja jetzt Verein und privates Gewinnstreben vermengt. Das wollen wir dem Clemens ja nicht unterstellen. Der ist sicher nur für den S04 dort.

Aber was will er für den S04 nur dort? Ah, richtig, von Putin lernen heißt ja Demokratie lernen. Schon in Russland waren Busse unterwegs, um willige Wähler an die Urnen zu karren, und der vereinseigene Kartenverband SFCV macht das ja auch, wie wir gehört haben. Und wie man Anträge gar nicht erst zulässt, kann man ja im Schalker Kreisel nachlesen. Und dass man als Schalker gefällig richtig zu wählen hat … na gut, das ist wohl eher schiefgelaufen. Da muss man dringend noch einen Wahlhelfer-Grundkurs in Russland machen. Menschenrechte hin, Demokratie her. Gute Bildungsreise, Clemens!